MDK–Reformgesetz: Es kommt was auf uns zu!

Dass die Einführung des MDK-Reformgesetzes mit erheblichen Umstellungen für die Krankenhaus-Abrechnungsprüfung verbunden sein wird, steht außer Frage. Und zwar unabhängig davon, wie hoch am Ende die Prüfquoten sein werden und welche Details die eine Seite der anderen vielleicht noch abringt. Deshalb sei an dieser Stelle noch mal anhand von Zahlen des Bundesrechnungshofs der wirtschaftliche Nutzen der MDK-unterstützten Abrechnungsprüfung dokumentiert.

Die beiden Grafiken zeigen eindrücklich den signifikanten Nutzen der Abrechnungsprüfung für die Solidargemeinschaft. Ein triftiger Grund also, die flächendeckende Prüfung konsequent beizubehalten.

Hauptproblem des geplanten Gesetzes sind aber die angekündigten Prüfquoten. Beschränkt man beispielsweise die Prüfquote auf 10 % der Rechnungen, so bedeutet das im Umkehrschluss: Der Gesetzgeber geht davon aus, dass 90 % der Rechnungen korrekt gestellt werden. Der daraus entstehende Verlust für die Solidargemeinschaft wird grob auf 1,2 Mrd. Euro geschätzt.

Die ursprüngliche Intention von Jens Spahn, die Abrechnungsprüfung zu vereinfachen, wird nicht eintreten. Im Gegenteil, das Gesetz in der derzeit vorliegenden Form wird zu verstärktem Taktieren und Misstrauen führen.

Übrigens: Die Prüfquote für 2021 würde nach derzeitiger Planung anhand der Prüfansätze von heute (!!) ermittelt. Die sich ändernden Rahmenbedingungen bleiben dabei völlig unberücksichtigt.