Stationsäquivalente Behandlung: erste Rechnungen – neue Herausforderungen

Mit dem „Gesetz zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen" (PsychVVG) erteilt der Gesetzgeber den Auftrag, Regelungen zur stationsäquivalenten Behandlung zu vereinbaren.

In § 39 Abs. 1 SGB V heißt es: „Die Krankenhausbehandlung wird vollstationär, stationsäquivalent, teilstationär, vor- und nachstationär sowie ambulant erbracht. Versicherte haben Anspruch auf vollstationäre oder stationsäquivalente Behandlung […], wenn die Aufnahme oder die Behandlung im häuslichen Umfeld nach Prüfung durch das Krankenhaus erforderlich ist, weil das Behandlungsziel nicht durch teilstationäre, vor- und nachstationäre oder ambulante Behandlung einschließlich häuslicher Krankenpflege erreicht werden kann. […] Die stationsäquivalente Behandlung umfasst eine psychiatrische Behandlung im häuslichen Umfeld durch mobile ärztlich geleitete multiprofessionelle Behandlungsteams. Sie entspricht hinsichtlich der Inhalte sowie der Flexibilität und Komplexität der Behandlung einer vollstationären Behandlung.“

Insbesondere waren (und sind) zwischen GKV und DKG Abstimmungen zu Kriterien und Vorgehensweisen notwendig über die folgenden Punkte, zu denen wir die bislang konträren Positionen von GKV und DKG hier aufführen:

 

 

GKV

DKG

Leistungsinhalte

fordert medizinisches Behandlungskonzept

möchte nur vereinbaren, was in der Regel zu erbringen ist

Qualitätssicherung

wünscht prüfbare Standards

möchte nur vereinbaren, was in der Regel zu erfüllen ist

Dokumentation / Patientenakte

möchte umfassende Dokumentation

wünscht wenig Dokumentation

Beauftragung Dritter

Die Leistungen im häuslichen Umfeld des Patienten sollen (mit wenigen Ausnahmen) durch Mitarbeiter des Krankenhauses erbracht werden.

viel Flexibilität hinsichtlich  Kooperationen mit niedergelassenen/ anderen Leistungserbringern nötig


Es ergeben sich folgende Auswirkungen auf die Abrechnung:

  • Es sind entweder tages- oder fallbezogene Abrechnungsvereinbarungen möglich.
  • Seitens der Patienten werden keine Zuzahlungen geleistet.
  • Vor- und nachstationäre Behandlungen sind im Zusammenhang mit stationsäquivalenter Behandlung nicht möglich.
  • Viele der sonst üblichen Zu- und Abschläge sind nicht zu erheben.

Was bedeutet das für casusQuo?

Die casusQuo-Kostenmanager befassen sich intensiv mit diesem neuen Thema und stellen sich gerne den Herausforderungen, die damit einhergehen. Sie überlegen in diesem Zusammenhang zunächst, welche Sachverhalte überhaupt geprüft werden sollen/können/müssen. Außerdem stellt sich die Frage, wie Überschneidungen mit den Abrechnungen niedergelassener Ärzte (wenn diese vom Krankenhaus beauftragt werden… oder vielleicht auch nicht?) bemerkt bzw. vermieden werden können. Weitere Fragen werden im Verlauf der Bearbeitung auftauchen - casusQuo bleibt dran!