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„Keine Kontrollen oder Konsequenzen zu befürchten“

Erlösoptimierung der Krankenhäuser treibt kuriose Blüten

Die COVID-19-Pandemie konfrontiert unsere Gesellschaft und insbesondere das GKV-System mit nie gekannten Herausforderungen. Diesen können wir uns nur mit ver­ein­ten Kräften und einem hohen Maß an Solidarität stellen. Das COVID-19-Krankenhaus­entlastungsgesetz ist unter dieser Maßgabe entstanden und trägt diesem Gedanken Rechnung.

Nicht genug, dass das Gesetz unter dem Einfluss der Krankenhauslobby ohnehin weit über das Ziel hinausschießt: Neben einer massiven Einschränkung der MDK-Prüf­quote sind zusätzlich die Strafzahlungen für falsch abrechnende Krankenhäuser vor­läu­fig aus­gesetzt worden. Gleichzeitig müssen weiterhin Krankenkassen, die bei der Prü­fung auf­fälliger Rechnungen keine Falschabrechnung feststellen können, eine Auf­wands­pau­schale von 300 € zahlen. Darüber wurde auch im ZDF-Panorama schon stirn­runzelnd berichtet. Schließlich geht es ja gemäß Hochrechnungen um immerhin 3 Mil­li­ar­den Euro, die den Krankenkassen für die Versichertenversorgung fehlen, wenn sie nicht im bisher gekannten Maß die Rechnungen der Krankenhäuser prüfen dür­fen.

Darüber hinaus treiben die erlösoptimierenden Strategien der Krankenhäuser zuweilen kuriose und leider völlig unsolidarische Blüten. In dem einschlägigen Internetforum myDRG findet sich am 19.05.2020 die Idee einer „virtuellen Umwidmung“ von Respi­ra­toren bzw. Intensivbetten. Ein Krankenhaus-Controller spekuliert, dass es auf diese Weise möglich sein könnte, die Pauschale von 50.000 €, die Krankenhäuser für die Schaf­fung zusätzlicher intensivmedizinischer Be­hand­lungs­möglichkeiten in der Corona-Krise erhalten können, doppelt abzurechnen. Die Empfehlung schließt mit dem denk­wür­digen Satz: „So wie Herr Spahn und das BMG in den letzten Monaten gegenüber den […] [Kran­ken­häusern] aufgetreten sind, muss, glaube ich, niemand ernsthafte Kon­t­rollen oder Konsequenzen befürchten.“

Von strafrechtlichen Fragen einmal ganz abgesehen: Mit einer solchen Haltung werden die gesamtgesellschaftlichen Anstrengungen, durch die Deutschland bisher einen er­freu­lich milden Verlauf der Pandemie bewirken konnte, ad absurdum geführt.


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dialoQ Nr. 20

In unserer Jubiläumsausgabe geht es um weibliche Karrieren, Korea und natürlich COVID-19. Lesen Sie unter anderem spannende Interviews mit Dr. Doris Pfeiffer und Schröder-Kim So-yeon!

 

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dialoQ Nr. 19

Die Auswirkungen des MDK-Reformgesetzes beschäftigen uns im Büro und auch in dieser Ausgabe des dialoQ Magazins. Wie wir bei casusQuo mit der Prüfquotendeckelung umgehen und uns auch sonst den veränderten Erfordernissen anpassen, berichten wir Ihnen in diesem Heft.  Außerdem erfahren Sie, weshalb Herzinfarktpatientinnen und -patienten in Dänemark besser dran sind als bei uns.

 

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